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Blackbird - Anna Carey

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Titel: Blackbird
Autorin: Anna Carey
Verlag: cbt
Format: Taschenbuch, 352 Seiten
Genre: Thriller
ISBN: 978-3-570-31086-1
Preis:9,99€ (TB)
Erschienen: 10.11.2014
Reihe: Band 1 von 2
Ab 14 Jahre

Als sich deine Augen mit Tränen füllen, geschieht das nicht, weil du bei ihm nicht sicher bist und nie sein wirst. Es liegt nicht daran, dass du unter diesen Bäumen sterben wirst. Es ist, weil es keine Rolle mehr spielt. Er ist hier und liebt dich und deswegen hast du keine Angst mehr.

Das Mädchen erwacht auf den Gleisen einer U-Bahn-Station in Los Angeles. Sie erinnert sich an nichts. Noch nicht einmal an ihren Namen. Nur bei einer Sache ist sie sich sicher: Jemand will sie töten. Also rennt sie um ihr Leben. Sie muss die Wahrheit herauszufinden. Über sich und über die Leute, die sie töten wollen. Und über den Jungen, der immer wieder in ihren Träumen auftaucht. Doch die Wahrheit ist noch viel verstörender, als sie es jemals für möglich gehalten hat.
 Ein Mädchen. Ein Rucksack. Zwei wulstige Narben. Gedächtnisverlust. Ein unerklärliches Tattoo am Handgelenk. Personen auf der Jagd. Gleise. Mehr zu wissen gibt es nicht. Mehr ist nicht da.
Zu Beginn möchte ich mich auf das Cover beziehen. Ich besaß eine Leseprobe, auf dem das alte Cover noch zu sehen war. Bläulich-weiß mit einer Pinken Zielscheibe einer Pistole darauf und der Silhouette eines schreienden Krähe. 


Wie ich finde, passt dieses Cover besser zur Story. Auf dem neuen fehlt mir irgendwie der Bezug zu dem Mädchen, zudem sind ihre Haare nicht schwarz, was im Buch aber einige Male erwähnt wird. Nichts desto trotz, das Cover ist nicht schlecht und durchaus ein Blickfang.
Rechtschreibfehler habe ich tatsächlich keine gefunden, außer zwei minimale. Aber sowas kommt vor, da springe ich drüber weg. Passiert. 
Die Einführung in das Buch fand ich an sich recht spannend. Der Zeitungsartikel, der Fragen aufwirft. Wer war dieses Mädchen, ist es die Protagonistin oder jemand fremdes. Welche Bedeutung hat der Artikel. Ich muss zugeben, so richtig schlau, wo der Sinn darin bestand, habe ich auch am Ende des Buches nicht verstanden.
Die Geschichte selber, mit dem ersten Kapitel, fängt bereits spannend und in einer Notsituation an. Besonders auffallend ist hier die Erzählperspektive, denn Anna Carey schreibt in der zweiten Person. Also in der "Du"-Form. Man verfolgt das Mädchen in dem Buch also nicht passiv, sondern man ist dieses Mädchen. Es ist die eigene Geschichte, die passiert. Oder bestenfalls beim Lesen quasi passieren soll. Bestenfalls.
Tatsächlich ist die Story an sich wirklich spannend und es gibt Höhen und Tiefen, was die Spannung angeht. So wie es sein soll. Momente der Ruhe und Sicherheit, die kurz darauf wieder auf einen Haufen geworfen wird. Mein größtes Problem mit dem Buch war daher nicht die Spannung und auch nicht der Inhalt, sondern schlicht und einfach die Erzählperspektive.
Anna Careys Schreibstil ist gut verständlich, flüssig lesbar, angenehm, doch nach meinem Geschmack nicht detailiert genug. Die auftretenden Charaktere haben kaum einen spürbaren Charakter, der sie lebendig macht. Ja, es gibt Ben, aber so wirklich schlauch wird man da auch nicht. Klar, das ist der Sinn, immerhin weiß die Protagonistin auch nicht mehr, aber ich persönlich genieße es entweder in der Ich-Form zu lesen oder als Außenstehende viele allgemeinen Infos zu bekommen. Ich denke schon, dass die Figuren gut durchdacht wurden, ich kann es nur nicht sonderlich gut spüren. Dieses "Du" macht mich bei Zeiten ziemlich kirre, lässt mich nicht in die Geschichte eintauchen, wie ich es gerne würde. Dennoch behält man einen guten Überblick, auf die Anzahl der Charaktere und ihre Namen. Wer gehört zu wem, was macht er, wieso? 
Auch die Idee des Buches ist an sich gut umgesetzt, abgesehen von der Du-Form. Sie ist spannend und auf ihre Weise schlüssig. Der rote Fade ist da, auch wenn ich in einigen Situationen anders gehandelt hätte. 
Das Ende fand ich nicht sonderlich befriedigend. Der Cliffhanger ist mir zu allgemein und natürlich zielt er darauf aus, dass man das zweite Buch auch lesen soll. Ich werde versuchen es in einer Bibliothek zu finden, zu kaufen habe ich doch eher wenig Lust. Denn natürlich interessiert mich, wie es weiter geht, doch die Schreibperspektive ist mir zu unangenehm beim Lesen, das Geld spare ich also lieber für ein anderes Buch :)
In jedem Falle wusste ich nicht, wie das Buch ausgeht und das ist ein Pluspunkt. Auch das Genre Thriller passt gut, nachklingen tut das Buch allerdings eher weniger. Leider.
Ich hatte mich sehr darauf gefreut es zu lesen, fand die Perspektive in der Leseprobe interessant. Leider habe ich nicht erfahren, was ich gehofft hatte und das Buch hat mich tatsächlich ein wenig enttäuscht. Besonders störend fand ich auch, dass ich den ersten Teil des Klappentextes (grau, kursiv) nicht im Buch finden konnte. Diese Stelle hat, so weit ich mich erinnere (und ich habe wirklich danach gesucht), einfach gefehlt.
Hin und wieder springt Anna Carey in eine auktoriale Perspektive und erzählt, was andere Beobachten oder was anderen Menschen passiert. Die meiste Zeit, bleibt sie aber beim Du.
Gutes Buch, einfach zu lesen. Mich persönlich hat die Erzählperspektive daran gehindert, mit dem Buch warm werden zu können. Schade!

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