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Obsidian Schattendunkel - Jennifer L. Armentrout

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Titel: Obsidian - Schattendunkel
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 432
Format: Softcover, Hardcover, ebook
Genre: Romantasy
ISBN: 978-3-551-31519-9
Preis: 12,99 (TB)
Reihe: Band 1 von 5
Ab 14 Jahren

Einen Moment lang konnte ich ihn nur anstarren. Er war wahrscheinlich der heißeste Typ, der mir je begegnet war; aber ein absoluter Vollidiot.

Als Katy vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In dem kleinen Nest kommt sie anfangs nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Sie beschließt, bei ihren Nachbarn zu klingeln, und lernt so den atemberaubend gut aussehenden, aber unfassbar unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau dieser Junge, dem sie von nun an aus dem Weg zu gehen versucht, ihrem Schicksal eine ganz andere Wendung geben wird …
 Okay, beginnen wir diese Rezension am Besten mit etwas schönem. In diesem Falle wäre das wohl das Cover. Denn das war einer der Gründe, weshalb ich dieses Buch letztendlich gekauft habe. Nachdem ich im Internet immer wieder darauf gestoßen bin und mich wirklich in dieses Cover verliebt habe (aber auch die anderen 4), und der Klappentext sehr vielversprechend klang (immerhin ist sie auch Buchbloggerin), musste ich einfach wissen, was hinter dem Hype steckt. Also landete das Buch in der Einkaufsliste, auf meinem SuB und wurde schließlich zum CR, bis ich es letztlich gelesen hatte. Meine Reaktion darauf ist ernüchternd. Oder eher gesagt einschläfernd. WARUM PASSIERT IN DEM BUCH NICHTS?????? Kein Wunder, dass man fünf Bücher braucht um eine Geschichte zu erzählen, wenn 70% des Inhaltes davon handeln, wie heiß Deamon ist? Okay. Puh, kurze Verschnaufpause. Ich wollte mit dem Positiven anfangen, also nochmal zurück. Das Cover. Wirklich toll. Die verwaschenen Gräser im Vordergrund, die Lichtpunkte in der Luft, der leichte Schriftzug und die Silhouetten im Hintergrund. Das alles harmoniert wirklich toll miteinander und auch das sanfte Braun passt toll. Die anderen Cover sind ebenfalls richtig schön, in den verschiedenen Farben. Vor allem im Vergleich zum Original ist es ein Traum. Hier mal das Ursprungscover, damit ihr wisst, was ich meine.

Nachdem mir eine gute Freundin dann immer wieder beteuert habe, das dieses Buch wirklich gut ist, wurde es endlich von meinem SuB erlöst und ich begann. Ein weiterer Vorteil: Rechtschreibfehler hab ich keine gefunden. Das ist gut, wirklich. Allerdings gab es andere Dinge zu bemängeln, was den Text betrifft. Da wären zum einem die kursiven Wörter, die mich oft irritiert haben. Zugegeben, manche waren berechtigt eingesetzt, aber hin und wieder wurde einfach ein Wort kursiv geschrieben und ich fragte mich ernsthaft: Warum? Das machte keinen Sinn. Ein kursives Wort in einem Roman bedeutet für mich, dass dieser Begriff gesondert hervorgehoben, bzw. betont wird. Oftmals brauchte aber genau dieses Wort im Text keine extra Bedeutung, war überflüssig, oder ein anderes Wort wäre viel bedeutender gewesen. Ich gehe also davon aus, das hier einfach das Wort kursiv gesetzt wurde, welches im englischen auch kursiv war. Ohne den Sinn zu hinterfragen. Autsch.
Die Übersetzung finde ich allgemein sehr fragwürdig. Manche Sätze sind seltsam formuliert und es gibt immer wieder kleine Sprünge im Inhalt zwischen Dialogen oder so, die meiner Meinung nach besser hätten verknüpft werden können. Da war man gerade einigermaßen im Fluss und dann kommt so ein Ast und schlägt dir ins Gesicht.
Dabei war der Anfang des Buches gar nicht mal so schlecht. Katy ist umgezogen, steht in ihrem Zimmer vor zahlreichen Kartons und wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich wieder Internet, um bloggen zu können. Da sie Buchbloggerin ist, dachte ich, dass sie auch so ein Lesefreak ist. Ich glaube, Katy hat in der ganzen Geschichte kein einziges Buch gelesen. Hin und wieder hat sie eines bestellt, aber wirklich gebloggt hat sie nicht. Das wundert mich, wo ich doch von all den Bloggern da draußen sehe, welche harte Aufgabe das sein kann. Leidenschaft, liebe Leute, sieht anders aus.
Tja, nachdem Katy dann nebenan geklingelt hat um nach dem Weg zum Supermarkt zu fragen (keine Sorge, das passiert bereits auf den ersten Seiten, also keine Angst vor Spoilern!) öffnet ihr Deamon und von da an sank das Buch für mich immer weiter ab.
Versteht mich nicht falsch, ich finde ein männlicher Charakter darf ruhig gut aussehen und es darf auch ruhig hin und wieder erwähnt werden. Aber doch nicht jeden dritten Satz (gefühlt) und immer gleich. Dichte Wimpern, unbeschreibliche Augen, harte Muskeln (zumal er kein einziges Mal Sport gemacht hat. Solche Muskeln sind eigentlich unfassbar viel Arbeit!). Dazu all seine Fähigkeiten, die irgendwann einfach zu viel wurden. Der Typ ist mir zu perfekt, zu fehlerfrei und das obwohl er ein Arsch ist. Das sagt Katy übrigens genauso oft, wie sein Aussehen zu kommentieren. Wirklich. Es nervt irgendwann und versaut die ganze Geschichte. Die ist nämlich an sich wirklich gut. Eigentlich mag ich Katy und Dee und ihre Freunde. Ich finde Deamon auf irgendeine Art sympatisch, doch die Art und Weise wie all das aufgeschrieben wurde, mit der kam ich nicht zurecht. Keine Ahnung, ob es an der Übersetzung liegt, aber auch im Original hat die Autorin vermutlich all diese Anhimmlungen Deamon gegenüber geschrieben und sowas nervt. Ich möchte die Geschichte spüren, wissen wie es weitergeht, möchte mitfiebern, hoffen und bangen und hin und wieder ein wenig schwärmen. Ohne dauernd auf Perfektion hingewiesen zu werden. Irgendwann wirkt es abgestumpft, langweilig.
Der Schreibstil allgemein war also nicht so ganz meine Welt. Die Protagonisten waren zwar vorwiegend authentisch, doch ihre Einstellungen zueinander haben sich hin und wieder geändert und machten sie dann doch wieder unglaubwürdig. Sie sollten sich selber treu bleiben und nicht all zu schnell ihre Meinung wechseln. Immerhin waren es nicht all zu viele, so dass man gut den Überblick behalten konnte, wer die Person ist. 
Die Idee ist auch nicht schlecht, aber meiner Meinung nach nicht ideal umgesetzt. Schon allein wegen Katys Hobby. So wenig wie sie bloggt und Hobbys nachgeht, frage ich mich: Wieso wurde es überhaupt erwähnt? Es bringt die Geschichte nicht weiter.
Katy trauert mir auch zu wenig ihrem alten Leben hinterher und ich frage mich, wo sie in der Schule doch eigentlich recht beliebt ist, warum sie früher keine Freunde hatte, die sich hin und wieder melden, oder die sie vermisst. Sie ist mir irgendwie zu relaxt. Zu langweilig. 
Wirklich nachklingen tut das Buch jetzt nicht unbedingt und das ist schade. Ich hatte mich wirklich gefreut, aber diese ganzen Schwärmereien waren einfach nur nervig. Wenigstens das Genre passte. Und das Cover ist auch immernoch schön.
Wieder ein Hype, dem ich mich nicht anschließen kann. Schade.


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